Vater unser im Himmel!

Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Als Vulgäratheist und naturwissenschaftlich indoktrinierter Materialist kam ich an solchen Kram im allgemeinen schlecht ran. Aber in Zeiten von Gott 9.0 ändert sich das irgendwie. druebeck

Als ich mal so entspannt in Drübeck vor mich hindachte, konnte ich mich plötzlich ganz klar und warmherzig mit diesem Gebet verbinden. Auch wenn sich die folgenden Erläuterungen nicht so anhören.

Vater unser im Himmel!

Gott ist geschaffen nach dem Ebenbild des Menschen. In patriarchalischen Zeiten mit ordentlichen Hierarchien, Clans und Königen – klar hat dann auch das Ganze einen Chef, der mit Vater oder Herr angesprochen wird. Vorher als Herrschaft noch nicht so klar etabliert war, gab es auch mehrere Götter. Jetzt wo ich mich für allerlei Vernetzung begeistere, mich am liebsten nicht als ein der Welt gegenüberstehendes Individuum sehe, sondern als Knoten in einem relationalen Gefüge, ist mir nicht ganz klar, wen ich anrufen soll – aber ich habe eine Ahnung. Manchmal, wenn ich mich der Welt verbunden fühle und dann mit ihr sprechen könnte…

Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Alles ist wie es ist, lass mich die Welt annehmen. Lass mich spüren, dass die Welt mich annimmt.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Die physischen Bedürfnisse der GfK.

Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Na ja und das ist der ganze zwischenmenschliche Kram. Die alte VaterunserFormulierung spricht Leute von Kohlbergs konventioneller Stufe an, Christentum als Veranstaltung des blauen Memes. Da bin ich natürlich erhaben drüber (oder drunter?) Ich wünsche mir, dass ich mit meinen Mitmenschen und mit mir empathisch in Kontakt bleibe, dass ich mit dem Herzen intuitiv das lebe, was ich mir rational erarbeitet habe, dass ich wenn ich die große Sünde des Egomanismus begehe, mich schnell wieder erhole…

Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Ja gut. Zusammenfassung. Das macht es nochmal rund. Was für mich bleibt sind so 4 Schritte:

  1. Gott anrufen. Für mich so ein vernetztes Weltganzes.
  2. Um ontologisches Selbstvertrauen bitten.
  3. Um leibliches Wohl bitten.
  4. Um empathische Vernetzung bitten.

Schade eigentlich. Mir war ganz warm und freudig und ganz zumute, als ich dieses Gebet für mich übersetzen konnte. Mitteilen konnte ich diesen Klick im Hirn mit diesem Text nicht.

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