Die Evolution der Interpretation

22. März 2019

Im Feature „Das Rätsel unserer Intelligenz“ gibt es einen Bezug zum Binet-Simon-Test:

binet

Kinder sollen das Bild beschreiben:

  • 3-Jährige zählen auf, was sie auf dem Bild sehen: Da ist ein Mann, eine Frau, eine Bank, ein Baum.
  • 7- oder 8-Jährige beschreiben das Bild: Da sind ein Mann und eine Frau, die auf einer Bank sitzen.
  • 12-Jährige interpretieren das Bild: Da sind zwei unglückliche Menschen, denn der Mann ist krank.

Worauf es in der GfK ankommt, ist diesen Mechanismus zu verstehen. Es geht nicht darum, auf das Niveau des 3-Jährigen zurückzufallen. Es geht darum den eigenen Gedanken zu misstrauen (und das auch noch mit Selbstliebe) ganz im Sinne von Huang Po:

Die Törichten bezweifeln was sie sehen, nicht was sie denken;
die Weisen bezweifeln, was sie denken, nicht, was sie sehen.

 


8 Arten der Beziehung

6. April 2018


Unfreiwilliges GfK-Meme

3. April 2018

Auf mademymday findet sich:

Mich gibt es zweimal. Einmal in lieb und einmal als Arschloch. Du entscheidest, wer von beiden mit dir spricht.

Der Spruch hat mehr Weisheit als geplant: Ja, es ist meine Entscheidung, ob ich in dir ein Arschloch sehe oder einen lieben Menschen – ziemlich unabhängig davon, was du machst.


Jenseits von Gut und Böse

17. Dezember 2017

Mein Satz des Tages aus einer Yin-Yoga-Stunde mit Juliane Erbhart:

Ja das könnte klappen. In sprachloser (denn wir haben keine Sprache jenseits von Gut und Böse) meditativer Versenkung dem Nachspüren, was bleibt ohne den Apfel vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen: Freiheit. Die Freiheit, mich nicht mit meinen Urteilen zu identifizieren.
Wenn ich da so auf meiner Yogamatte rumliege, gelingt es mir schon recht gut, tausendmal gedachte Wutgedanken vorbeiziehen zu lassen. Aber auch die wohlwollenden Gedanken, schöne Erinnerungen, tolle Pläne ziehen zu lassen. Das ändert nochmal vieles.
Yoga mit seiner Körperbezogenheit als mystischer Weg mit der Erbsünde des Urteilens zu leben.


Objekt & Sprache

12. November 2017

Eine Übung zum persönlichen Verhältnis zu Konflikten:

  • den Raum verlassen und ein Objekt finden, das das Thema „Konflikt“ symbolisiert (10min)
  • im Kreis Objekte vorstellen und in die Mitte legen: Was habe ich ausgesucht? Was hat es mit Konflikt zu tun? Wesentliche Begriffe/Gedanken werden vom Trainer auf Moderationskarten notiert.
  • Reflektion
  • Gemeinsames Betrachten der Moderationskarten – Reflektion
  • Reflektion über Karten und Objekte

kennengelernt bei Anja Petz/Till Baumann/Harald Weißhaupt

Spannend. Für uns TN steckt viel Information in den Objekten. Sie sind Anker für das Erzählte – quasi das Erlebte. Die sprachliche Essenz verliert Information, macht aber einen Austausch möglich.

Wir sprechen, um uns begegnen zu können. Aber in ihrer Grobheit und Mehrdeutigkeit ist Sprache ein Werkzeug, dass „vollständige“ Begegnung verhindert.

Irgendwie passt da ein Zitat von Uwe Schade dazu:

Deine Augen machen aus tausend Strahlen eine Farbe. Deine Ohren machen aus tausend Schwingungen einen Ton. Deine Hände fühlen in tausend Bewegungen einen Körper. Dein Denken macht aus tausend Wahrnehmungen eine Idee.


Bedürfnisse und Werte

8. August 2017

Fundstück in Seminarmitschriften:

Das Problem schwingt in den aktuellen Diskursen mit, wenn es darum geht, was wertvoller ist: die nationale Identität oder die Hilfe für Nichtdeutsche oder auch bei der Frage, wo das gelobte Land liegt: im konservativen bekannten Gestern oder dem progressiven unbekannten Morgen.


… und umgekehrt

12. Juni 2017

Es gibt so einen tiefsinnigen Spruch:

Egal, was mein Gegenüber sagt:
Alles was er oder sie sendet,
ist eine Aussage über sich selbst
und seine/ihre eigenen Bedürfnisse.
Diese Äußerung sagt nichts über mich.

Das funktioniert natürlich auch umgekehrt:

Egal, was ich meinem Gegenüber sage:
Alles was ich sende,
ist eine Aussage über mich selbst
und meine eigenen Bedürfnisse.
Diese Äußerung sagt nichts über mein Gegenüber.