Hegel und Buddha?

24. Oktober 2011

Hegel konnte zwar die asiatischen Denker nicht leiden, zumindest war er der Meinung sie betrieben keine Philosophie. Aber sein ganzheitliches Gewaber in der Phänomenologie des Geistes ist für mich mit fernöstlichen Ichauflösungen voll kompatibel:

Der Tod, wenn wir jene Unwirklichkeit so nennen wollen, ist das Furchtbarste, und das Tote festzuhalten das, was die größte Kraft erfordert. Die kraftlose Schönheit haßt den Verstand, weil er ihr dies zumutet, was sie nicht vermag. Aber nicht das Leben, das sich vor dem Tode scheut und von der Verwüstung rein bewahrt, sondern das ihn erträgt und in ihm sich erhält, ist das Leben des Geistes. Er gewinnt seine Wahrheit nur, indem er in der absoluten Zerrissenheit sich selbst findet. Diese Macht ist er nicht als das Positive, welches von dem Negativen wegsieht, wie wenn wir von etwas sagen, dies ist nichts oder falsch, und nun, damit fertig, davon weg zu irgend etwas anderem übergehen; sondern er ist diese Macht nur, indem er dem Negativen ins Angesicht schaut, bei ihm verweilt. Dieses Verweilen ist die Zauberkraft, die es in das Sein umkehrt.

Gefällt mir gut, dass es auch möglich ist durch Nachdenken, wie Hegel, zu der Erkenntnis zu kommen, dass ein Wust von wahren Aussagen nicht die Welt beschreibt, sondern eben den Teil der Welt, der sich durch diese Aussagen beschreiben lässt. Die Meditationserfahrenen erleben das vielleicht, die Naturwissenschaftler müssen es sich erdenken.

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