Sodbrennen und GfK

Im Klassiker von Rosenberg findet sich die Geschichte von dem Mann der nicht wusste, dass es auch Essen gibt, das kein Sodbrennen verursacht:

Wir haben alle — ob von wohlmeinenden Eltern, Lehrern, Pfarrern oder anderen Leuten – gründlich gelernt, unser menschliches Potential einzuschränken. Dieser zerstörerische kulturelle Lernprozeß ist über Generationen und sogar Jahrhunderte weitergegeben worden und bestimmt unser Leben so selbstverständlich, daß wir uns dessen nicht mehr bewußt sind. In einem seiner Auftritte nahm sich der Komiker Buddy Hackett die reichhaltige Küche seiner Mutter vor und behauptete, daß ihm erst klar wurde, daß man auch ohne Sodbrennen vom Tisch aufstehen kann, als er in der Armee war. Und so nehmen wir auch Schmerz, der durch destruktive gesellschaftliche Konditionierung erzeugt wird und vollkommen in unser Leben integriert ist, nicht wirklich deutlich wahr.

Das erklärt auch den Widerwillen einiger Zwangs-GfK-Beglückter in meinem Unterricht. Wer es gewöhnt ist, dass das Leben Kampf ist, dass es immer ums Gewinnen und Recht haben geht, dem kommt es gar nicht in den Sinn, dass es auch ein „anderes Spiel“ gibt. Vielmehr wird die Zumutung, die Grundfesten des eigenen Weltbildes in Frage zu stellen, geradezu als Angriff gesehen.

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