Hegel und Buddha?

Hegel konnte zwar die asiatischen Denker nicht leiden, zumindest war er der Meinung sie betrieben keine Philosophie. Aber sein ganzheitliches Gewaber in der Phänomenologie des Geistes ist für mich mit fernöstlichen Ichauflösungen voll kompatibel:

Der Tod, wenn wir jene Unwirklichkeit so nennen wollen, ist das Furchtbarste, und das Tote festzuhalten das, was die größte Kraft erfordert. Die kraftlose Schönheit haßt den Verstand, weil er ihr dies zumutet, was sie nicht vermag. Aber nicht das Leben, das sich vor dem Tode scheut und von der Verwüstung rein bewahrt, sondern das ihn erträgt und in ihm sich erhält, ist das Leben des Geistes. Er gewinnt seine Wahrheit nur, indem er in der absoluten Zerrissenheit sich selbst findet. Diese Macht ist er nicht als das Positive, welches von dem Negativen wegsieht, wie wenn wir von etwas sagen, dies ist nichts oder falsch, und nun, damit fertig, davon weg zu irgend etwas anderem übergehen; sondern er ist diese Macht nur, indem er dem Negativen ins Angesicht schaut, bei ihm verweilt. Dieses Verweilen ist die Zauberkraft, die es in das Sein umkehrt.

Gefällt mir gut, dass es auch möglich ist durch Nachdenken, wie Hegel, zu der Erkenntnis zu kommen, dass ein Wust von wahren Aussagen nicht die Welt beschreibt, sondern eben den Teil der Welt, der sich durch diese Aussagen beschreiben lässt. Die Meditationserfahrenen erleben das vielleicht, die Naturwissenschaftler müssen es sich erdenken.

3 Responses to Hegel und Buddha?

  1. dragutin sagt:

    hmm, ich finde mittlerweile solches sein aus gedanken und erdenktem – langweilig.
    so langweilig wie sex mit einer frau, die sich nicht hingibt und fürchtet dies wahr zu nehmen und ich mich zudem selbst nicht hingebe und auch noch fürchte dies wahr zu nehmen.

    dragutin, …ganz undogmatisch aus dem off ;-)

  2. bernd sagt:

    Was bleibt ist trotzdem das Staunen über die Eine konsistente Welt. Wie der ganze GfK-, CB- und Dialogkram, Meditation und Kontemplation um dieselbe Sache kreisen.
    Und wenn der Hegel nach 200 Jahren Aufklärung und harter dualistischer Einteilung der Welt in allerlei Begriffe zu dem Schluss kommt, dass dies nicht das Wahre sei sondern eben nur das Ganze das Wahre ist, dann ist das für einen der das schon weiß natürlich langweilig. Aber es zeigt wie sich stocknüchterne, rationale Leute ihre Art von Spiritualität erdenken können. Das muss nicht nachahmenswert sein, zeigt aber, dass es verschiedenste Boote über den Fluss gibt.

    Viele Grüße ins Off, ich hoffe Dein Auftauchen ist nur Undogmatismus.

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