Existentialistische Glaubenssätze

Simone de Beauvoir entdeckt als kleines Kind in ihren „Memoiren einer Tochter aus gutem Hause“ einen Wesenszug von Glaubenssätzen:

Die Willkür der Befehle und Verbote, auf die ich stieß, schien mir ein Beweis für ihre Substanzlosigkeit zu sein; gestern habe ich einen Pfirsich geschält; weshalb nicht heute eine Pflaume? Weshalb muß ich mich von meinem Spiel gerade in dieser Minute trennen? Überall traf ich auf Zwang, jedoch nirgends auf Notwendigkeit. Im Innersten des Gesetzes, das steinern auf mir lastete, ahnte ich schwindelerregende Leere. In diesem Abgrund versank ich dann unter ohrenbetäubendem Geschrei.

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